Chorale Ste Cecile - Steebrecken-Biergem-Wickreng

 

60 Jahre Chorale Ste-Cécile Steinbrücken-Bergem-Wickringen

Das Werk von zwei Dirigenten

Gesangverein war in all den Jahren seines Bestehens stets am Puls der Zeit

VON PIERRE MOUSEL

Am 19. Dezember 1954 gründeten 16 junge Männer die „Chorale Ste-Cécile Pontpierre-Bergem-Wickrange“. In der Festschrift zum 30-jährigen Bestehen im Jahre 1985 erinnerte sich Gründungsdirigent Willy Migy an den ersten offiziellen Auftritt nach einer Woche, als der neue Verein sich der musikalischen Gestaltung der Weihnachtsmetten angenommen hatte. Willy Migy amtierte bis Anfang 1987 als Dirigent, unterstützt von Richard Lorang, der am Notenpult aushalf.

Bereits zwei Monate nach der offiziellen Vereinsgründung wurde Theater gespielt. Eine lieb gewonnene Tradition, die noch viele Jahre zur Aufbesserung der Vereinskasse diente, aber auch in eine teilweise Entente mit der lokalen LCGB-Sektion mündete. Innerhalb dieser Entente war dann auch schon mal die Rede vom Bau eines Vereinshauses in der Pfarrei.

1973 wurde ein Kinderchor ins Leben gerufen, der nach wenigen Jahren im großen Chor aufging. Im Laufe der 1960er-Jahre wurde ein erstes Harmonium erworben. Anfangs der 1990er-Jahre erwarb der Kirchenrat eine elektronische Orgel.

Im Jahre 1985 stand das 30. Jubiläum an. Angesichts gutnachbarlicher Beziehungen über die Gemeindegrenzen hinweg übermittelten die Chöre aus den angrenzenden Pfarrfeien dem Jubilarchor mit der Gestaltung von Gottesdiensten ihre Freundschaft. Nach dem Rücktritt von Willy Migy und verschiedenen „Interims“ übernahm Anfang 1988 Claudette Zeimes-Wagner die Chorleitung. Sie leitet den Chor bis heute. Allerdings wollte die Dirigentin sich vor einigen Jahren eine Auszeit gönnen. Unvorhergesehene Umstände bewegten sie zum Wiedereinstieg in die Chorleitung. Demnach baut das ganze Wirken des Chores auf die Arbeit von zwei Dirigenten auf.

Gelangte unter Dirigent Willy Migy eher traditionelles Liedergut zur Aufführung, so änderte sich das unter seiner Nachfolgerin. Einen besonderen Ruf erwarb sich der Kirchenchor mit seinen Negro-Spirituals zur Gestaltung religiöser Feiern oder Konzertauftritten quer durch das Land.

Neue Standbeine

Ein weiteres gesangliches Standbein schuf der Chor sich mit der Aufführung orthodoxer Sakralmusik. Das Konzert „Blagoslowi Gospodi“ wurde 2008 auf Einladung der „Union St-Pie X“ in der Philharmonie in Kirchberg gesungen. Andere Höhepunkte waren die Teilnahmen an den Feiern zum 150. Jahrestag der luxemburgischen Unabhängigkeit 1989 oder die Uraufführung der Kantate „L’eau de la Vie“ nach einem Text von Jean-Claude Schanen und einer Vertonung von Josy Asselborn, im Rahmen der Neukonsekration des Altares nach der Instandsetzung der 150-jährigen Steinbrücker Kirche im Jahre 1997.

Anlässlich der Feiern zum 50. Jubiläum wurde 1985 „Israel Shalom“ von Tiqvah Bat-Shalom für Chor und Orchester aufgeführt. Auf weltlicher Ebene war der Chor stets ein tragendes Element während der Kulturkonzerte der Gemeinde. Mit Können und Gesangsstücken von hohem Stellenwert verstanden die Sänger es, sowohl bei diesen Konzerten als auch anderwärtig das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Ferienreisen und Auslandskonzerte führten die Mitglieder u. a. nach Deutschland (Bayreuth, Koblenz), Österreich (Faistenau, Salzburg), Frankreich (Bourgogne, Provence) oder nach Holland (Amsterdam, Scheveningen). Interne Vereinsfeste und Tagesausflüge dienten der Freundschaftsförderung.

Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre wurde der Einwohnerschaft mit einem Neujahrssingen ein glückliches Jahr gewünscht. Seit der Jahrtausendwende steht Adventssingen auf dem Programm.

Höhen und Tiefen

Der Verein kannte im Laufe der Jahre nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen. Dabei war auch schon mal die Rede von der Auflösung des Vereins.

Doch alle Krisen wurden überwunden und heute zählt der Chor 38 aktive und drei inaktive Mitglieder – 13 Sopranstimmen, sieben Alto, sechs Tenöre und neun Bassi. Organisten sind Josée Faltz-Wilmes und Claude Zeimes. Geistlicher Beirat ist Abbé François Terzer.

Gründungspräsident war Charles Schintgen (1954-1963). Seine Nachfolger waren Ferdy Scholzen (1964-1973), Léon Kaufmann (1973-1981), Camille Medinger (1981-1998) und John Zeimes (1998-2014). Ein reichhaltiges Archiv erlaubt Auftritte zu jeder Feier und bei jeder Gelegenheit.

Im Laufe der Jahre wurden folgende CD’s aufgenommen: „Spirit of Gospel“, „E schéine Chrëschtdag“, „Israel Schalom“, „Blagoslowi Gospodi“ und „Rock my Soul“. In der zweiten Jahreshälfte 2014 wird eine weitere CD mit luxemburgischen Weihnachtsgesängen „Chrëschtdag heiheem“ erscheinen. Geprobt wird jeden Dienstag in der Pfarrkirche von Steinbrücken zwischen 19.30 Uhr und 21.30 Uhr.